Das Studium war früher für viele junge Menschen der große Einschnitt im Leben. Neue Horizonte, neue Bekannte, neue Gedanken,. .. Auch die eigenen vier Wände zählten zu den neuen Erlebnissen, auf die man sich freute. Der Schritt in die eigene Selbständigkeit führe viele aus dem Einflussbereich der Eltern. Doch heute ist die eigene Bude oft eine Geldfrage. Bei einer WG muss man wirklich Glück mit den Mitbewohnern haben. Oft hört man davon, dass das Miteinander-Wohnen doch schwieriger ist als man denkt und verschiedenste Denkweisen und Einstellungen aufeinander prallen. Eine eigene Wohnung ist indes doch eher teuer. Wer also nicht in eine WG ziehen will und das Studentenwohnheim überfüllt ist, der bleibt zu Hause im Hotel Mama. In der heutigen Generation von Studenten macht das fast jeder vierte Student.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Wirtschaftlich schwierige Zeiten führen oft dazu, dass die Studenten sich gar keine eigene Bleibe leisten können und sich auch nicht komplett von ihren Eltern finanzieren lassen wollen/können. Umzug, Elektrogeräte, Miete, Internet und Telefon, Strom binden viel Geld. Wer zahlt das bei einem möglichen Auslandsaufenthalt während des Studiums? Die finanzielle Situation wird wohl der schwerwiegendste Grund für diese Entscheidung sein.
Manchmal ist es auch einfach die Bequemlichkeit, die Studierende von dem Auszug aus dem Elternhaus abhalten. Wohnt man schon am Ort seiner Uni und will man die gewohnte Umgebung samt Freundeskreis nicht aufgeben, bleibt man zu Hause. Warum sollte man dann in eine eigene Wohnung zwei Straßen weiter umziehen? Im Hotel Mama steht schon eine Waschmaschine mit Trockner, ein Geschirrspüler und ein voller Kühlschrank! Für das leibliche Wohl ist am elterlichen Mittagstisch oft sogar auch noch gesorgt.
Wenn man kann, macht es wirklich Sinn. So kann man evtl. Geld für ein Auslandsaufenthalt oder weitere Qualifikationen zusammensparen.